Wer mit Kindern arbeiten will, muss dafür ausreichend qualifiziert sein.
Das Niedersächsische KitaG regelt  in §4, welche Fachkräfte zur Förderung der Kinder zu beschäftigen sind. Es wird unterschieden zwischen

  • sozialpädagogischen Fachkräften
  • Fach- und Betreuungskräften 
  • heilpädagogischen Fachkräften.

Theoretisch könnte eine Kita über den gesetzlich vorgeschriebenen Fachpersonalschlüssel hinaus auch andere geeignete Personen einsetzen. In der Praxis fehlt dafür die Finanzierung.
Wer also langfristig in einer Kita arbeiten will, kommt an der Anerkennung als (sozialpädagogische) Fachkraft nicht vorbei.

Als Sozialpädagogische Fachkräfte werden Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen (Diplom, Bachelor, Master) bezeichnet. Sie dürfen in Kitas als Gruppenleitung tätig sein und auch die Einrichtungsleitung übernehmen.

Für weitere bestimmte Berufsgruppen gelten Ausnahmen im Rahmen einer Allgemeinverfügung. Dies betrifft u. A. die staatlich anerkannte Kindheitspädagog*innen (B.A.).

Auf Antrag können Pädagog*innen mit anderen als gleichwertig erachteten staatlich anerkannten Studien- oder Ausbildungsabschlüssen vom Niedersächsischen Kultusministerium per Einzelfallentscheidung zugelassen werden. Dies gilt sowohl für Einrichtungs- und Gruppenleitungsstellen als auch für eine Beschäftigung als Fachkraft ohne Leitungsfunktion. Mehr Infos dazu beim Nds. Kultusministerium.

Für die Arbeit in Gruppen ohne Leitungsfunktion, also als sogenannte Zweitkräfte, dürfen in Niedersächsischen Kinderbetreuungseinrichtungen Sozialpädagogische Assistent*innen und Kinderpfleger*innen sowie in Ausnahmefällen Berufspraktikant*innen und Spielkreisleitungen mit Befähigungsnachweis eingesetzt werden.

  • Nachzulesen im § 4 Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG)

Die Ausbildungswege zum Beruf der Erzieher*innen, Sozialpädagogischen Assistent*innen sowie Kindheitspädagog*innen finden Sie unter Wege in den Beruf.

In Integrationsgruppen (in denen also Kinder mit und ohne Behinderungen betreut werden) gelten hinsichtlich der Qualifikationen der Fachkräfte besondere Regelungen. In diesen Gruppen muss immer eine heilpädagogische Fachkraft beschäftigt sein. Diese muss Heilpädagog*in, Heilerziehungspflegerin*in oder eine sozialpädagogische Fachkraft, die sich heilpädagogisch weiterqualifiziert hat, sein.

Sozialpädagogische Fachkräfte können als heilpädagogische Fachkräfte eingesetzt werden, wenn sie

  • eine heilpädagogische Qualifikation durch eine Aus- oder Fortbildung im Umfang von mindestens 260 Unterrichtsstunden erworben haben oder
  • mindestens drei Jahre lang Menschen mit Behinderung hauptberuflich betreut haben und an einer heilpädagogischen Qualifikation bezeichneten Aus- oder Fortbildung teilnehmen.

Heilpädagog*innen und Heilerziehungspfleger*innen dürfen sowohl integrative Gruppen als auch Einrichtungen leiten, in denen integrativ gearbeitet wird. 

Nachzulesen unter §§ 1 und 2 der 2. DVO-KiTaG (Verordnung über Mindestanforderungen an besondere Tageseinrichtungen für Kinder sowie über die Durchführung der Finanzhilfe) und in der Allgemeinverfügung für Personalausnahmen nach §4 KitaG.

Per Allgemeinverfügung vom 28.08.2019 sind bestimmte Berufsgruppen als sozialpädagogische Fachkräfte anerkannt und für die Tätigkeit in Tageseinrichtungen für Kinder zugelassen. Für folgende Gerufsgruppen ist in der Allgemeinverfügung aufgelistet, in welcher Funktionen sie in Tageseinrichtungen beschäftigt werden können:

  • Staatlich anerkannte*r Kindheitspädagog*in
  • Staatlich anerkannte*r Elementarpädagog*in (Bremen)
  • Absolvent*in des bis 2017 an der HAWK akkreditierten Studiengangs „Bildung und Erziehung im Kindesalter“ in Vollzeit
  • Staatlich anerkannte*r Heilpädagog*in (FS oder B.A.)
  • Staatlich anerkannte*r Heilerziehungspfleger*in
  • Diplompädagog*in  Schwerpunkt Sozialarbeit/Sozialpädagogik
  • Quereinsteiger*innen (Staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrer*in,  Ergotherapeut*in, Logopäd*in, …) auch ohne Abschluss als „Staatlich geprüfte Sozialpädagogische Assistent*in“, die eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieher*in an einer FS Sozialpädagogik absolvieren
  • Grund- und Hauptschullehrer*in  Master of Education für das Lehramt Pädagogik

Für Personen mit anderen pädagogischen Studien- oder Ausbildungsabschlüssen als den oben genannten kann nur der Träger der jeweiligen Einrichtung einen Antrag auf Gleichwertigkeit stellen. Dabei handelt es sich immer um eine Einzelfallentscheidung. Die Anerkennung ist stets nur für die jeweilige Einrichtung gültig. Das vom Träger ausgefüllte Antragsformular ist an das

Niedersächsische Kultusministerium, Ref. 52

– Landesjugendamt –

FB II – Tageseinrichtungen und Tagespflege für Kinder

(Regional zuständiger Fachdienst)

zu senden. Hinweise zur Antragstellung finden Sie hier: https://www.mk.niedersachsen.de/download/107325/Hinweise_zur_Antragstellung_nach_4_KiTaG.pdf

 

Erzieher*innen aus anderen Bundesländern

Bei staatlich anerkannten Erzieher*innen, deren Ausbildung nur für die Arbeit mit einer bestimmten Altersstufe anerkannt ist, muss die Mehrheit der zu betreuenden Kinder dieser Altersgruppe angehören, damit sie in niedersächsischen Tageseinrichtungen für Kinder als sozialpädagogische Fachkräfte eingesetzt werden dürfen.

 

Im Ausland erworbene Bildungsabschlüsse

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse wird im Niedersächsischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (NBQFG) geregelt.

Die örtlich zuständigen Regionalabteilungen der Niedersächsischen Landesschulbehörde beraten zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Sie nehmen auch die Anträge entgegen.

Neben dem Antrag müssen mindestens folgende Unterlagen eingereicht werden:

  1. Tabellarischer Lebenslauf
  2. Amtlich beglaubigte Kopien von Abschlusszeugnissen, Diplomen oder sonstigen Nachweisen mit Fächern und Noten
  3. Deutsche Aussiedler und Aussiedlerinnen: Amtlich beglaubigte Kopie des Ausweises für Vertriebene und Flüchtlinge gem. § 15 BVFG bzw. die Bescheinigung nach § 15 BVFG
  4. Ausländische Staatsangehörige: Amtlich beglaubigte Kopie des Passes mit gültigem Aufenthaltstitel

Die Unterlagen müssen in der Regel ins Deutsche übersetzt sein. Diese Übersetzung muss von öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher*innen oder Übersetzer*innen vorgenommen werden. Bei Fragen zu benötigten Dokumenten empfiehlt es sich, einen Beratungstermin bei der jeweiligen Regionalabteilung der Nds. Landesschulbehörde zu vereinbaren. Zu diesem Termin sollten alle vorhandenen Unterlagen mitgebracht werden.

Zu den Bearbeitungsfristen:

Die zuständige Stelle muss innerhalb eines Monats den Empfang des Antrages und der Unterlagen bestätigen und ggf. fehlende Unterlagen nachfordern. Erst wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen, ist das Verfahren innerhalb von 3 Monaten abzuschließen. Für besondere Fälle gilt diese kurze Frist nicht. Zum Beispiel wenn Unterlagen nachgefordert werden, weil die vorgelegten Unterlagen für die Gleichwertigkeitsprüfung nicht ausreichen oder weil Zweifel an der Echtheit oder Richtigkeit der vorgelegten Unterlagen bestehen. In Ausnahmefällen kann die Frist einmalig angemessen verlängert werden. Zum Beispiel wenn ein Gutachten eingeholt werden muss. Die zuständige Stelle muss die Verlängerung der antragstellenden Person rechtzeitig mitteilen und sie begründen.

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration hat einen ausführlichen Orientierungsleitfaden, den Migrationsberatungsatlas, herausgegeben.

Diesen können Sie als PDF-Dokument herunterladen.

Weitere Informationen zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen finden Sie auf der Seite Anerkennung in Deutschland.