Skip to main content

Das Niedersächsische Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) regelt, welche beruflichen Qualifikationen notwendig sind, um in der institutionellen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern beschäftigt zu werden. Es wird unterschieden zwischen sozialpädagogischen Fachkräften, Fach- und Betreuungskräften sowie heilpädagogischen Fachkräften.

Als Sozialpädagogische Fachkräfte werden Erzieher/innen und Sozialpädagogen/Sozialpädagoginnen (Diplom, Master, Bachelor) bezeichnet. Sie dürfen in (Tages-)Einrichtungen für Kinder und Jugendliche (z.B. Krippen, Kindergärten, Horten) die Einrichtungsleitung übernehmen.

In Ausnahmefällen können vom Niedersächsischen Kultusministerium für eine einzelne Einrichtung Pädagogen/Pädagoginnen mit anderen als gleichwertig erachteten staatlich anerkannten Studien- oder Ausbildungsabschlüssen per Einzelfallentscheidung zugelassen werden. Dies gilt sowohl für Einrichtungs- und Gruppenleitungsstellen als auch für eine Beschäftigung als Fachkraft ohne Leitungsfunktion.

Auch die Leitung von Gruppen in Kindertagesstätten sollen Sozialpädagogische Fachkräfte übernehmen.

Für die Arbeit in Gruppen ohne Leitungsfunktion dürfen in Niedersächsischen Kinderbetreuungseinrichtungen Sozialpädagogische Assistenten/Assistentinnen und Kinderpfleger/innen sowie in Ausnahmefällen Berufspraktikantinnen/Berufspraktikanten eingesetzt werden.

Die Ausbildungswege zum Beruf der Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagogischen Assistentinnen und Assistenten sowie Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen finden Sie unter Wege in den Beruf.

In Gruppen von Tageseinrichtungen, in denen Kinder mit Behinderungen betreut werden, gelten hinsichtlich der Qualifikationen der Fachkräfte besondere Regelungen. In diesen Gruppen muss immer eine heilpädagogisch qualifizierte Fachkraft beschäftigt sein. Diese muss eine heilpädagogische Fachkraft (Heilpädagogin/Heilpädagoge oder Heilerziehungspflegerin/in) oder eine sozialpädagogische Fachkraft, die sich heilpädagogisch weiterqualifiziert hat, sein.

Sozialpädagogische Fachkräfte können als heilpädagogische Fachkräfte eingesetzt werden, wenn sie

  • eine heilpädagogische Qualifikation durch eine Aus- oder Fortbildung im Umfang von mindestens 260 Unterrichtsstunden erworben haben oder
  • mindestens drei Jahre lang Menschen mit Behinderung hauptberuflich betreut haben und an einer heilpädagogischen Qualifikation bezeichneten Aus- oder Fortbildung teilnehmen.

Heilpädagoginnen /Heilpädagogen dürfen sowohl integrative Gruppen als auch Einrichtungen leiten, in denen integrativ gearbeitet wird. Heilerziehungspfleger/innen dürfen integrative Gruppen leiten sowie in Sonderkindergärten als Einrichtungsleitung eingesetzt werden.

Nachzulesen unter §§ 1 und 2 der 2. DVO-KiTaG (Verordnung über Mindestanforderungen an besondere Tageseinrichtungen für Kinder sowie über die Durchführung der Finanzhilfe).

Für Personen mit anderen pädagogischen Studien- oder Ausbildungsabschlüssen als den oben genannten kann nur der Träger der jeweiligen Einrichtung einen Antrag auf Gleichwertigkeit stellen. Dabei handelt es sich immer um eine Einzelfallentscheidung. Die Anerkennung ist stets nur für die jeweilige Einrichtung gültig. Antragsstellungen sind zu richten an das Niedersächsische Kultusministerium (Referat 21 - Tageseinrichtungen und Tagespflege für Kinder).

Kindheitspädagoginen und Kindheitspädagogen

Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen, die ihr Studium in Niedersachsen absolviert haben, werden im Niedersächsischen Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) bisher nicht als sozialpädagogische Fachkräfte benannt. Einzig an der HAWK-Hildesheim erhalten die Absolventinnen und Absolventen ein Schreiben des Niedersächsischen Kultusministeriums, in dem ihre Anerkennung als sozialpädagogische Fachkraft bescheinigt wird.

Vor der Beschäftigung aller anderen Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen müssen die Arbeitgeber im Vorfeld einen Antrag auf Anerkennung stellen (Stand: Dezember 2014).

Staatlich anerkannte Erzieher/innen aus anderen Bundesländern

Bei Erzieher/innen, deren Ausbildung nur für die Arbeit mit einer bestimmten Altersstufe anerkannt ist, muss die Mehrheit der zu betreuenden Kinder dieser Altersgruppe angehören, damit sie in niedersächsischen Tageseinrichtungen für Kinder als sozialpädagogische Fachkräfte eingesetzt werden dürfen.

Anerkennung im Ausland erworbener Bildungsabschlüsse

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse wird im Niedersächsischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (NBQFG) geregelt.

Beratungen hinsichtlich ausländischer Erzieher/innenausbildungen können bei den örtlich zuständigen Regionalabteilungen der Niedersächsischen Landesschulbehörde in Anspruch genommen werden. Dort können auch die Anträge auf Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse gestellt werden.

Neben dem Antrag müssen mindestens folgende Unterlagen eingereicht werden:

  1. Tabellarischer Lebenslauf
  2. Amtlich beglaubigte Kopien von Abschlusszeugnissen, Diplomen oder sonstigen Nachweisen mit Fächern und Noten
  3. Deutsche Aussiedler und Aussiedlerinnen: Amtlich beglaubigte Kopie des Ausweises für Vertriebene und Flüchtlinge gem. § 15 BVFG bzw. die Bescheinigung nach § 15 BVFG
  4. Ausländische Staatsangehörige: Amtlich beglaubigte Kopie des Passes mit gültigem Aufenthaltstitel

Die Unterlagen müssen in der Regel ins Deutsche übersetzt sein. Diese Übersetzung muss von öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher/innen oder Übersetzer/innen vorgenommen werden. Bei Fragen, welche Unterlagen im Einzelfall für die Anerkennung erforderlich sind und wie geeignete Personen zur Übersetzung der Dokumente gefunden werden können, empfiehlt es sich einen Beratungstermin bei der jeweiligen Regionalabteilung der Nds. Landesschulbehörde zu vereinbaren. Zu diesem Termin sollten alle vorhandenen Unterlagen mitgebracht werden.

Die zuständige Stelle muss innerhalb eines Monats den Empfang des Antrages und der Unterlagen bestätigen und ggf. fehlende Unterlagen nachfordern. Erst wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen, ist das Verfahren innerhalb von 3 Monaten abzuschließen. Für besondere Fälle gilt diese kurze Frist nicht. Zum Beispiel wenn Unterlagen nachgefordert werden, weil die vorgelegten Unterlagen für die Gleichwertigkeitsprüfung nicht ausreichen oder weil Zweifel an der Echtheit oder Richtigkeit der vorgelegten Unterlagen bestehen. In Ausnahmefällen kann die Frist einmalig angemessen verlängert werden. Zum Beispiel wenn ein Gutachten eingeholt werden muss. Die zuständige Stelle muss die Verlängerung der antragstellenden Person rechtzeitig mitteilen und sie begründen.

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration hat einen ausführlichen Orientierungsleitfaden, den Migrationsberatungsatlas, herausgegeben.

Diesen können Sie als PDF-Dokument herunterladen.

Weitere Informationen zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen finden Sie auf der Seite ErzieherIn.de - Das Portal für Frühpädagogik.

Die regional zuständigen Stellen für Anerkennungsverfahren im Ausland erworbener Bildungs- und Berufsabschlüsse finden sich unter www.anerkennung-in-deutschland.de .